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BaisweilEggenthalFriesenried
21.11.2017 : 1:56 : +0100

Wussten Sie, dass...

Kirchturmuhr
Kirchturmuhr von 1698

...in der Gemeinde Friesenried eine der ältesten funktionstüchtigen Kirchturmuhren steht. Die Uhr stammt aus dem Jahre 1698 und war zu damaliger Zeit für eine kleine Gemeinde eine Besonderheit, da öffentliche Uhren im 17. Jh. hauptsächlich in Städten und Märkten verbreitet waren. Die Kirchturmuhr funktionierte bis Anf. der 80er Jahre zuverlässig und ist jetzt mit einer ausführlichen Beschreibung in der Raiffeisenbank Friesenried zu besichtigen.

Geschichte

Friesenried

Ortsansicht Friesenried
Ortsansicht Friesenried
Kirche, Schule, Pfarrhaus Blöcktach (1950)
Kirche, Schule, Pfarrhaus Blöcktach (1950)
1800-1200 v. Chr. Befestigte Höhensiedlung der beginnenden Bronzezeit auf der Schwarzenburg bei Blöchtach nachgewiesen.
Nach Weitnauer (Allgäuer Chronik) älteste bisher bekannte Siedlung im Allgäu
Ca. 213, 259 n. Chr. Reste eines römischen Gutshofes bei Blöcktach entdeckt (villa rustica - komfortables Landhaus); Verlauf der Römerstraße Augsburg - Kempten über Blöcktach-Haid
1102-1145 Friesenried entsteht als Rodungssiedlung Fridrichesriet
um 1300 Grundherrschaft über Blöcktach (von mittelhochdeutsch Blackten = Sauerampfer und ach = Bach) teilen sich Inhaber der Feste Kemnat und Ritter von Schwarzenburg
1460 Blöcktach Haus Nr. 11 ehemalige Mühle als Burgmühle der Herren von Schwarzenburg erstmals erwähnt (in der Stufe Ofenplatte mit österreichischem Doppeladler und der Jahreszahl 1739)
1524 Spruchbrief: Fürstliches Stift Kempten hat hochgerichtliche und forstliche Obrigkeit in Friesenried; Kemnat (Georg von Benzenau) die Niedergerichtsbarkeit und Steuerhoheit mit Ausnahme für die Zinser und Eigenleute des Fürststifts Kempten.
1.3.1525 Versammlung aufständischer Bauern der Klosterherrschaft Irlsee in Friesenried (2.4. Ottobeuren geplündert; 3.4. Kempten geplündert; 5./6.5. Irlsee geplündert; 15.5. Irlsee angezündet)
1545 Registerarchiv Kislegg: Größter Teil von Friesenried noch bei Herrschaft Kemnat (Ritter von Kemnat als Rechtsnachfolger der erloschenen Linie der Markgrafen von Ursin-Ronsberg (ca. 1010-1212)
15.11.1551 Stift Kempten erwirbt mit Herrschaft Kemnat von Simprecht von Benzenau Burg Kemnat, Gemeinden Kemnat, Friesenried und Blöcktach um 40 000 Gulden
1632 - 1647 Plünderungen durch schwedische Soldaten (dreimal); 55 Familien durch Pest ausgerottet
1662 Kloster Irlsee tritt Besitz in Friesenried, Blöcktach und Salenwang gegen Verzicht auf Kemptische Vogtrechte über Irlseer Klostergüter an Stift Kempten ab
1699 Stift Kempten kauft auch noch Besitz Ottobeurens in Blöcktach
1783/84 Vereinödung lässt Einöden Allersberg, Brandeln, Mehlbauer, Haid, Haslach, Steig und Weite entstehen.
1551-1803 Friesenried, Blöcktach und Salenwang gehören zum Pflegamt Kemnat als Unterverwaltungseinheit des Stiftes Kempten; Friesenried, Blöcktach, Kemnat und Apfeltrang wurden über 250 Jahre stets als Verwaltungseinheit gesehen.
1803 Säkularisation zum Kurfürstentum Bayern
1809 1. Statistik Friesenried: 63 Wohnhäuser mit 369 Einwohnern
1810-1840 Durch Gebietsreformen werden Friesenried und Blöcktach zwangsvereinigt wegen gemeinsamer Wurzeln (Verwaltung durch Pflegamt Kemnat bis 1803; zeitgleiche Veräußerungen an Stift Kempten legen nahe, dass dieser Bereich nicht nur geographisch, sondern auch politisch als zusammenhängend betrachtet wurde).
1819 erbaut Handfest die "Säg" - Gips-, Mel- und Ölproduktion sind in Blöcktach möglich.
1901 Neubau der Bundesstraße (B12) unterhalb der "Alten Steige" in Friesenried
1978 Blöcktach wird nach Friesenried eingemeindet
Friesenried wird Mitgliedsgemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Eggenthal